Vergessene Worte: Wehmut
Vergessene Worte

Vergessene Worte: Wehmut

Das Wort ist weg. Nicht im Sinne von: weg, weil es keiner mehr benutzt. Weg im Sinne von: weg, weil es keiner mehr findet. „Wehmut“ – das klingt wie ein leiser Schritt im Treppenhaus. Man hört ihn kaum, aber man weiß: Da ist jemand.

Der Traum ist aus
Texte und Gedanken

Das kalte Erwachen

Man wacht ja nicht plötzlich auf. Das Erwachen schleicht sich ein. Wie ein Bildschirm, dessen Hintergrundbeleuchtung langsam den Geist aufgibt. Man starrt auf das Glas und sieht plötzlich nicht mehr die weite, bunte Welt dahinter, sondern nur noch das eigene, müde Spiegelbild.

Vergessene Worte: Anstand
Vergessene Worte

Vergessene Worte: Anstand

Man hat das Gefühl, das Wort Anstand sei stillschweigend aus dem Verkehr gezogen worden. „Ausgestorben“, sagt der Fachmann. „Selten geworden“, sagt der Beobachter. „War früher eh nicht so“, sagt derjenige, der sich seine eigene Rücksichtslosigkeit gern historisch legitimiert.

Ne schöne Jrooß
Texte und Gedanken

Einen schönen Gruß aus dem OFF

Man sagt uns Norddeutschen ja nach, wir seien sparsam mit unseren Grüßen. Ein knappes „Moin“ reicht für den gesamten Tagesablauf. Alles darüber hinaus gilt bereits als Schwatzhaftigkeit. Doch manchmal wünscht man sich die rhetorische Eleganz des Rheinlands.

Vergessene Worte: Muße
Vergessene Worte

Vergessene Worte: Muße

Muße hat heute denselben Stand wie eine Kreuzung aus Fahrradklingel und Antenne: Man redet darüber, aber niemand benutzt sie mehr. Das Wort klingt, als habe es sich ins Archiv zurückgezogen, wo die Staubschicht der Vernunft milde über die Akten gleitet.

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