Als Kind glaubte Jonas fest an Werwölfe. Nicht aus Angst, sondern aus Hoffnung, dass unter seiner Haut noch etwas anderes steckte als nur ein braver, frisierter Junge.
Später, mit zwanzig, sah er einen Kometen und dachte an dasselbe Gefühl. Etwas Wildes, das kurz aufleuchtet und dann verschwindet, ohne sich zu erklären.
Heute, mit vierzig, gräbt er im Garten Wurzeln aus, die zu tief sitzen. Man wird älter, dachte er, und tauscht die Wölfe gegen Gartenarbeit. Nennt es Vernunft.
Nachts aber, wenn der Mond hell steht, heult er manchmal leise. Nur zur Übung. Man weiß ja nie.